Selenskyj: Russland greift Kraftwerk nach "Energie-Waffenruhe" an

EU erhöht Druck auf Russland:Selenskyj: Angriffe auf Kraftwerk trotz "Energie-Waffenruhe"

|

Nach Donald Trumps Ankündigung einer "Energie-Waffenruhe" meldet Kiew russische Angriffe auf Energieanlagen. Die EU erhöhte unterdessen den Druck auf Russland mit neuen Sanktionen.

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj

Nach Trumps Ankündigung einer "Energie-Waffenruhe" meldet die Ukraine russische Angriffe auf Energieanlagen.

12.10.2026 | 0:21 min

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wieder Energieanlagen in der Ukraine angegriffen - trotz einer Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, dass Kiew und Moskau eine "Energie-Waffenruhe" vereinbart hätten.

"Leider war der ukrainische Luftraum heute den ganzen Tag über von russischen 'Shaheds' überschwemmt", schrieb Selenskyj am Sonntagabend in Online-Netzwerken. "Es gab Angriffe mit Gleitbomben und auch Angriffe auf unsere Energieinfrastruktur." So habe es einen Treffer auf Kraftwerke in Kiew und Charkiw gegeben. All das sei geschehen, nachdem der US-Präsident seine Erklärung zu einer Energie-Waffenruhe abgegeben hatte.

Kallas: Waffenruhe im Energiebereich "äußerst wichtig"

Auch EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas äußerte sich skeptisch über die von Trump verkündete "Energie-Waffenruhe". "Wir begrüßen den Waffenstillstand im Energiebereich, wenn er tatsächlich eingehalten wird", sagte Kallas vor einem Treffen der EU-Außenminister am Montag in Luxemburg.

Bisher haben wir jedoch noch nicht gesehen, dass sich auch Russland daran halten wird.

Kaja Kallas, EU-Außenbeauftragte

diesel-deal-trump-selenskyi-putin-

"Wir sehen einen neuen Keil im Verhältnis zwischen Donald Trump und Selenskyj", sagt Politikwissenschaftlerin Hanna Notte. Sie hält den Diesel-Deal mit Putin für einen politischen Erfolg Russlands.

12.10.2026 | 6:13 min

Kallas betonte, dass eine Waffenruhe im Energiebereich "äußerst wichtig" sei, "weil der Winter kalt werden wird". Da Russland viele Raffinerien habe, sei dies auch in Moskaus Interesse, fügte sie hinzu. Kallas forderte Washington auf, die Sanktionen gegen Moskau zu verschärfen.

Wenn wir diesen Krieg beenden wollen, können wir das nur, indem wir mehr Druck auf Russland ausüben.

Kaja Kallas, EU-Außenbeauftragte

Die Außenministerinnen und Außenminister der EU beschlossen unterdessen am Montag neue Sanktionen gegen Moskau, die vor allem das russische Militär und die Rüstungsindustrie des Landes ins Visier nehmen. Von den Strafmaßnahmen sind fast 1.600 Verantwortliche und Organisationen betroffen.

Donald Trump

US-Präsident Trump setzt den ukrainischen Präsidenten Selenskyj weiter unter Druck und fordert einen Führungswechsel in der Ukraine. Zuvor kritisierte Selenskyj Trumps Diesel-Deal mit Russland.

11.10.2026 | 0:20 min

Trump überrascht Selenskyj mit Ankündigung

Nach seinem Diesel-Deal mit Russland und einem heftigen Schlagabtausch mit Selenskyj hatte Trump am Sonntag eine angebliche "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau verkündet. Beide Länder hätten zugestimmt, ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen, erklärte Trump. Die "Energie-Waffenruhe" trete mit "sofortiger Wirkung" in Kraft. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Selenskyj hatte überrascht auf die Ankündigung reagiert: Die Waffenruhe sei "eine Neuigkeit" für ihn, sagte er in einer ersten Reaktion dem US-Nachrichtenportal "Axios". Kiew sei aber bereit, eine solche Waffenruhe zu befolgen, wenn auch Moskau sich daran halte. Vom Kreml gab es zunächst keine Stellungnahme.

Trump hatte bereits Mitte September vorgeschlagen, dass die Ukraine und Russland keine Energieanlagen mehr im jeweils anderen Land angreifen, und behauptet, es gebe eine entsprechende Einigung zwischen beiden Ländern. Auch damals zeigte sich die Ukraine offen für den Vorschlag, Kreml-Chef Wladimir Putin ging darauf aber nicht ein.

US-Präsident Donald Trump hält eine Rede

Die USA lockern überraschend bestehende Sanktionen gegen Moskau. Laut US-Präsident Trump soll Russland zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt bereitstellen.

10.10.2026 | 1:50 min

Preis für Diesel in den USA setzt Trump zu

Die Ukraine greift seit Monaten als Reaktion auf die massiven russischen Raketen- und Drohnenangriffe verstärkt die Energieinfrastruktur in Russland an und nimmt dabei unter anderem Raffinerien und Öldepots ins Visier.

Trump sind die ukrainischen Angriffe auf russische Energieanlagen schon lange ein Dorn im Auge. Bei den Kongresswahlen am 3. November stehen Trumps Republikaner wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten und insbesondere der infolge des Iran-Kriegs hohen Spritpreise unter starkem Druck.

Am Samstag verkündete Trump einen Diesel-Deal mit Putin, demzufolge Russland Hunderttausende Tonnen Dieselkraftstoff liefern soll. Die versprochene Menge allerdings deckt Experten zufolge den Bedarf der USA nur für etwa 14 Stunden.

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Russland greift die Ukraine an
:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine

Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Kämpfe dauern an. Alle Entwicklungen und Ukraine-News im Liveticker.
Satellitenbild: Rauchgeneratoren auf der Krim-Brücke aufgenommen am 22.6.2026
Liveblog
Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete die heute-Sendung am 10.10.2026 ab 19:00 Uhr.

Aktuelle Nachrichten zur Ukraine