Zuckersteuer kommt abgeschwächt: Weniger Steuern, mehr Ausnahmen

Weniger Steuerstufen, mehr Ausnahmen:Kabinett beschließt Zuckersteuer in abgespeckter Version

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Das Kabinett von Union und SPD hat den Entwurf für eine Zuckersteuer verabschiedet. Es ist eine abgespeckte Version: Die Steuer fällt niedriger aus, es gibt mehr Ausnahmen.

Wie hoch sollen die Steuersätze sein? Die Koalition ist sich darüber nicht einig.

Die von der Bundesregierung geplante Steuer auf gesüßte Getränke soll ab Juli 2027 kommen. Kleinere Hersteller sollen von der Abgabe ausgenommen werden.

14.10.2026 | 0:28 min

Die schwarz-rote Koalition hat sich auf die Einführung einer Zuckersteuer geeinigt. Das Kabinett segnete die Formulierungshilfe von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ab - allerdings in einer deutlich abgespeckten Version. Demnach plant die Bundesregierung, die Steuer auf zuckerhaltige Getränke deutlich niedriger auszugestalten als bislang vorgesehen. Außerdem soll es noch mehr Ausnahmen geben.

Neu: Nur noch zwei Steuerstufen

Die Verbrauchsteuer soll weiterhin zum 1. Juli 2027 starten. Der Grundgedanke dabei: Je höher der Zuckergehalt, desto höher soll auch die Steuerbelastung ausfallen. Statt drei Steuerstufen soll es aber nun nur noch zwei geben. Diese Steuerabgaben sollen für Getränke je 100 Milliliter gelten:

  • Fünf bis acht Gramm Zucker: 26 Cent je Liter
  • Ab acht Gramm Zucker: 32 Cent Steuer pro Liter

In einer früheren Fassung wollte Klingbeil noch 26 Cent ab fünf Gramm, 32 Cent ab sieben Gramm und 38 Cent ab zehn Gramm verlangen.

Wie hoch sollen die Steuersätze sein? Die Koalition ist sich darüber nicht einig.

Die Bundesregierung plant eine Zuckersteuer, doch über die Höhe war sich die Koalition lange nicht einig. Das Kanzleramt kritisierte die Pläne von Finanzminister Klingbeil.

01.10.2026 | 1:40 min

Ausnahmen für kleine Hersteller

Abändern musste Klingbeil in seinen ursprünglichen Plänen auch die Ausnahmen: Für unabhängige und kleine Hersteller mit einer Produktion von bis zu 70.000 Litern im Jahr soll es gesonderte Regelungen geben. Betriebe mit bis zu einer Million Liter sollen jetzt vollständig von der Zuckersteuer befreit werden. Die staatliche Beihilfe muss allerdings die Europäische Kommission noch absegnen.

Die Steuer gilt für Cola-Getränke, Orangenlimonade, gesüßte Fruchtschorlen, Eistees, zuckerhaltige Sirups und Energydrinks. Reine Fruchtsäfte sind von der Steuer ausgenommen.

Durch die Änderungen sinken auch die erwarteten Einnahmen deutlich. Für 2027 rechnet der Bund nun bei voller Jahreswirkung mit 820 Millionen Euro, tatsächlich sollen wegen des Starts zur Jahresmitte 690 Millionen Euro in die Kasse fließen.

Steuereinnahmen sinken

Für 2031 werden Einnahmen von 890 Millionen Euro erwartet. Bisher waren noch Einnahmen von 925 Millionen Euro in der vollen Jahreswirkung für 2027 und 1,16 Milliarden Euro für 2031 veranschlagt worden.

Die Einnahmen sollen genutzt werden, um eine geplante Kürzung des Bundeszuschusses an den Gesundheitsfonds zu verringern. Die Hoffnung ist auch, dass sich Menschen dann gesünder ernähren.

Cola und Fantadosen zu sehen

Den Entwurf von Finanzminister Lars Klingbeil für die geplante Zuckersteuer hat das Kanzleramt vorerst gestoppt, weil er in dieser Form nicht mehrheitsfähig sei.

01.10.2026 | 1:50 min

Kanzleramt stoppte Klingbeils Pläne

Mit der Zuckersteuer will Klingbeil nicht nur Einnahmen für den Bundeshaushalt generieren, sondern auch Getränkeherstellern einen Anreiz geben, den Zuckergehalt zu senken und ihre Produkte gesünder zu machen. Das Kanzleramt hatte seine Pläne jedoch Anfang des Monats vorerst gestoppt.

In Regierungskreisen hieß es, sein Entwurf weiche vom Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit ab und sei in dieser Form in der Regierung nicht mehrheitsfähig. Gegen die Steuer gab es bis zuletzt erhebliche Widerstände. Vor wenigen Tagen hatten sich die neun Agrar- und Verbraucherschutzminister der Union aus den Bundesländern in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gegen eine Zuckersteuer ausgesprochen.

Illustration: Softdrinks mit Zucker

Finanzminister Klingbeil stellt klar, dass es keine Zuckersteuer auf Light-Produkte geben wird, und reagiert damit auf die Kritik, die auf eine mögliche Ausweitung der Zuckersteuer erfolgt war.

26.08.2026 | 1:39 min

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Quelle: dpa, AFP
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 14.10.2026 ab 06:30 Uhr.

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