Nach Kritik aus dem Kanzleramt:Klingbeil hält an Einführung der Zuckersteuer fest
von Dominik Rzepka
Aufregung um die Zuckersteuer: Das Kanzleramt hat die Pläne von Finanzminister Klingbeil kritisiert. Der Minister selbst hält aber an der Steuer fest.
Die Bundesregierung plant eine Zuckersteuer, doch über die Höhe wird sich die Koalition nicht einig. Das Kanzleramt kritisiert die Pläne von Finanzminister Klingbeil.
01.10.2026 | 1:40 minBundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hält trotz Kritik aus dem Kanzleramt an der Einführung einer Zuckersteuer fest. Klingbeil sagte ZDFheute:
Das Ziel bleibt klar: Wir haben verabredet, eine Zuckersteuer einzuführen. Wir werden das auch tun.
Lars Klingbeil, SPD
Klingbeil weiter: "Wir wollen die Gesundheitsprävention stärken, wir wollen unsere Kinder schützen." Außerdem gebe es für die Zuckersteuer eine große Unterstützung in der Bevölkerung.
Ich bin da zuversichtlich, dass wir schnell zu einer Einigung kommen.
Lars Klingbeil, SPD
Die Bundesregierung plant eine Zuckersteuer, doch über die Höhe wird sich die Koalition nicht einig. ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann berichtet.
01.10.2026 | 1:07 minKlingbeils Entwurf "nicht mehrheitsfähig"
Über die Zuckersteuer diskutiert die Koalition, nachdem am Mittwoch Klingbeils Entwurf dazu bekannt wurde. Die Steuer soll am 1. Juli 2027 in Kraft treten. Wie hoch sie ist, hängt davon ab, wie viel Zucker pro Liter insgesamt in einem Getränk vorhanden ist.
Doch an diesem Entwurf, der ZDFheute vorliegt, gibt es Kritik. Aus Regierungskreisen heißt es, Grundlage für die Zuckersteuer müsse der Vorschlag einer Kommission aus dem April 2026 sein.
Der Vorschlag aus dem Finanzministerium weicht davon ab und ist in dieser Form in der Regierung nicht mehrheitsfähig.
Aus Regierungskreisen
Finanzminister Klingbeil stellt klar, dass es keine Zuckersteuer auf Light-Produkte geben wird, und reagiert damit auf die Kritik, die auf eine mögliche Ausweitung der Zuckersteuer erfolgt war.
26.08.2026 | 1:39 minSo hoch könnte die Steuer ausfallen
Das bedeutet allerdings noch nicht, dass die Zuckersteuer als solche gestoppt werden soll. Denn der Entwurf aus dem Ministerium von Finanzminister Lars Klingbeil befindet sich derzeit in der sogenannten Ressortabstimmung. Nun können die anderen Ministerien Kritik äußern oder auf Änderungen drängen.
Laut Klingbeils Entwurf soll die Steuer je Liter wie folgt gestaffelt sein:
- 0,26 Euro bei einem Gesamtzuckergehalt ab 5 Gramm bis unter 7 Gramm je 100 Milliliter
- 0,32 Euro bei einem Gesamtzuckergehalt ab 7 Gramm bis unter 10 Gramm je 100 Milliliter
- 0,38 Euro bei einem Gesamtzuckergehalt ab 10 Gramm oder mehr je 100 Milliliter
Denkbar ist, dass die 38 Cent pro Liter neu sind - und der Union möglicherweise zu hoch. An den Details zur Zuckersteuer dürfte es nun also noch Änderungen geben. Ein Aus der Zuckersteuer in Gänze dürfte es aber - Stand jetzt - nicht geben.
Dominik Rzepka ist Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio.
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