Bundesparteitag "um den Jahreswechsel":Klingbeil kündigt Neuwahl der SPD-Spitze an
Nach dem Rückzug von Bärbel Bas kündigt SPD-Chef Lars Klingbeil Neuwahlen an: Auf einem Parteitag "um den Jahreswechsel" stehe die SPD-Führung zur Wahl - wieder als Doppelspitze.
Neben persönlichen Gründen begründet Bärbel Bas ihren Rücktritt mit öffentlichen Angriffen, die Lars Klingbeil als "unanständig" bewertet. Das Statement des SPD-Chefs bei ZDFheute live.
12.10.2026 | 10:23 minNach dem Rücktritt von SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas wollen die Sozialdemokraten auf einem Bundesparteitag zum Jahreswechsel ihre gesamte Führung neu zur Wahl stellen. Auf einen entsprechenden Vorschlag habe sich das SPD-Präsidium geeinigt, sagte Parteichef Lars Klingbeil in Berlin.
"Wir werden um den Jahreswechsel herum, das kann der Dezember sein, das kann der Januar sein, einen Bundesparteitag durchführen", sagte Klingbeil.
Dort wird die gesamte Führungsriege der SPD dann zur Wahl anstehen und es wird dort eine Führung der Partei gewählt.
SPD-Chef Lars Klingbeil
Er halte dies für wichtig, "damit wir Klarheit über die personelle Aufstellung und auch Klarheit über den programmatischen Kurs der SPD haben".
Bärbel Bas tritt als SPD-Chefin und Arbeitsministerin zurück. Als Gründe nennt sie die Trauer um ihre verstorbene Stieftochter und öffentliche Angriffe, auch aus der Union.
12.10.2026 | 0:27 minKlingbeil hält an Doppelspitze fest
Auf die Frage, ob er noch einmal antrete, sagte Klingbeil: "Ich werde jetzt alles dafür tun, dass die SPD die beste Aufstellung an der Spitze hat (...)." Dazu werde er seinen Teil beitragen und so habe er das im Präsidium auch deutlich gemacht. "Alles Weitere werden wir miteinander besprechen."
Am Prinzip der Doppelspitze will Klingbeil festhalten. "Ich habe damals als Generalsekretär diese Doppelspitze eingeführt, und ich halte sie auch für richtig", sagte er.
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Bas gibt Ämter auf - Schweitzer wird Arbeitsminister
Bärbel Bas war am Morgen mit sofortiger Wirkung als Arbeitsministerin und als SPD-Chefin zurückgetreten. Als Grund gab sie einen persönlichen Schicksalsschlag sowie "öffentliche Angriffe auf mich" an. Dabei nannte sie ausdrücklich die "Reihen des Koalitionspartners".
Schon kurze Zeit später ist klar: Nachfolger an der Ministeriumsspitze soll der ehemalige SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer aus Rheinland-Pfalz werden. Schweitzer ist schon länger für höchste Ämter in Berlin im Gespräch. Er gilt als Pragmatiker - doch ob die Umsetzung von Reformen mit ihm einfacher wird als mit der Parteilinken Bas, ist offen.
Regierungssprecher Stefan Kornelius verwies auf die Regelungen im Grundgesetz zur Entlassung und Ernennung von Ministerinnen und Ministern und betonte, der Nachfolger werde nun Schritt für Schritt antreten.
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