Kanzler besucht Ukraine:Merz in Kiew: "Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen"
Bei einem Besuch in Kiew bekräftigt Friedrich Merz die deutsche Unterstützung für die Ukraine, es soll neue Militärhilfe geben. Vor einer Ruine appelliert der Kanzler an Putin.
Der Bundeskanzler ist in die Ukraine gereist und verspricht weitere Militärhilfe.
04.10.2026 | 1:50 minSymbolträchtige deutsche Unterstützung für Kiew trotz anhaltender Angriffe und Drohungen aus Moskau: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Sonntag überraschend die Ukraine besucht - mit konkreter Militärhilfe im Gepäck. Kurz nach seiner Ankunft in Kiew ertönten die Sirenen und eine Brücke der ukrainischen Hauptstadt wurde nach Behördenangaben von einer russischen Drohne getroffen.
Der Kanzler war zu der Zeit nur gut fünf Kilometer entfernt in der deutschen Botschaft in Sicherheit. Allein in den ersten fünf Stunden seines Besuchs wurde fünfmal Drohnenalarm in Kiew ausgelöst.
Am Vortag hatte Moskau Ausländer und Diplomaten davor gewarnt, die ukrainische Hauptstadt zu besuchen.
ZDF-Korrespondentin Diana Zimmermann begleitet den Kanzler und berichtet von vor Ort.
04.10.2026 | 1:06 min"Hören Sie diesen Krieg auf!"
Den russischen Präsidenten Wladimir Putin forderte Merz zu einem Ende der Angriffe und Verhandlungsbereitschaft auf. "Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf! Wir sind bereit zu Gesprächen, wir sind bereit, miteinander zu sprechen über das Ende dieses Krieges", sagte der Kanzler.
Aber diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören.
Bundeskanzler Friedrich Merz
Die Sirenen heulten auch, als Merz zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die bei einem Drohnenangriff getroffene Akademie der Wissenschaften in Kiew in Augenschein nahm. Die Akademie sei "übrigens wenige 100 Meter von der deutschen Botschaft entfernt".
Das sind tägliche Kriegsverbrechen, die hier verübt werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz
Ziel russischer Beschüsse in der Ukraine sind häufiger Einrichtungen der digitalen Infrastruktur, etwa Mobilfunk-Anbieter oder Rechenzentren. Die Systeme sind doppelt abgesichert.
03.10.2026 | 1:57 minMerz: Ukraine kann auf deutsche Hilfe zählen
Zuvor hatte Merz, der von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) begleitet wurde, der Ukraine in Kiew unbeirrt "all unsere Unterstützung" zugesichert.
Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns.
Bundeskanzler Friedrich Merz
Kurz vor dem fünften Kriegswinter bombardiere Russland Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke - dies sei "Terror". Er werde Präsident Selenskyj sagen: "Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen."
Der vermehrte Einsatz von Drohnen mit Jetantrieb verändert den Krieg in der Ukraine deutlich. Immer wieder werden auch Städte fernab der Frontlinie beschossen, allen voran die Hauptstadt Kiew.
30.09.2026 | 6:34 minNeue Drohnenangriffe während Merz-Besuch
Kurz nach Merz' Ankunft wurde am Sonntag nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko "die Straße der Nordbrücke" über den Fluss Dnipro in Kiew von mindestens einer russischen Drohne getroffen. "Rettungsdienste sind auf dem Weg", schrieb Klitschko in Online-Diensten. Russland hatte in den vergangenen Tagen bereits mehrere Brücken in Kiew sowie Energieinfrastruktur angegriffen. Klitschko nannte die Lage in der Stadt am Freitag "extrem dramatisch".
Das russische Verteidigungsministerium kündigte während Merz' Solidaritätsbesuch eine noch weitere Verschärfung seiner Schläge gegen Kiew und andere Gebiete der Ukraine an. Damit reagiere Moskau auf Drohungen Selenskyjs, weitere militärische Objekte und Rüstungsbetriebe in Russland anzugreifen, teilte das Ministerium mit.
Ukraine bekommt Unterstützung bei Drohnen-Abwehr
Deutschland ist der größte Unterstützer der Ukraine im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg. Der Kanzler brachte konkrete Hilfe mit.
Die Ukraine meldet Geländegewinne im Donbass. Mit "Operation Vivaldi" soll es gelungen sein, Russland wochenlang zu täuschen. Wurde Putin überrumpelt? Die Militäranalyse bei ZDFheute live.
01.10.2026 | 38:49 minBald sollen Tausende Abfangdrohnen in die Ukraine ausgeliefert werden. Mit ihnen sollen die schnellen und daher besonders gefährlichen russischen Kampfdrohnen mit Düsenantrieb vom Typ Geran bekämpft werden können. Joint Ventures zwischen Ukrainern und Europäern produzieren zusammen militärische Abwehr-Ausrüstung. Ein Beispiel ist das Unternehmen Quantum Systems, das in Bayern Drohnen für Kiew herstellt.
Umarmung am Maidanplatz: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, am Sonntag in Kiew.
Quelle: dpa / Kay NietfeldAus Berliner Regierungskreisen hieß es, es seien technologische Durchbrüche gelungen, nun starte die Serienproduktion. Damit setze die Unterstützung bei der derzeit größten Lücke der ukrainischen Luftverteidigung an.
Zudem soll die Produktion weitreichender Waffen vorangetrieben werden, mit denen Nachschublinien hinter der Front in Russland angegriffen werden können. Insgesamt sollen dafür eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten deutschen Haushaltsmitteln freigegeben werden.
Russland greift Kiew weiter mit Drohnen und ballistischen Raketen an. Die ukrainische Luftabwehr stößt dabei an Grenzen – zusätzliche Abwehrsysteme werden gebraucht.
28.09.2026 | 2:31 minHilfe für nächsten Kriegswinter
Weitere 350 Millionen Euro gibt Deutscland für die Energiesicherheit in der Ukraine vor dem fünften Kriegswinter. Finanziert würden unter anderem Generatoren und Umspannanlagen. Während des Besuchs wurden auch 16 Unternehmensabkommen unterzeichnet, nach Angaben aus der deutschen Delegation mit einem Wert von 6,5 Milliarden Euro. Dabei geht es vor allem um Rüstungsgüter.
Laut Selenskyj sind die USA für neue, trilaterale Gespräche mit der Ukraine und Russland in Kontakt. Bis Ende Oktober könnten sie stattfinden, sagte er auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merz. Er dankte Deutschland für die Unterstützung. Russland müsse "gemeinsam gestoppt werden".
Russland führt seit Februar 2022 einen unerbittlichen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Ein Friedensschluss ist bislang nicht in Sicht.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog: