Autobauer in der Krise:Volkswagen kündigt fast alle Tarifverträge
Volkswagen will im Kampf gegen die Krise das Tarifniveau absenken und kündigt deshalb mehrere Haustarifverträge mit der IG Metall.
Volkswagen will im Kampf gegen die Krise das Tarifniveau absenken und kündigt deshalb mehrere Haustarifverträge mit der IG Metall.
Quelle: dpaNächste Krisen-Meldung bei VW: Im Ringen um schärfere Sparmaßnahmen hat der Autobauer Volkswagen einen Großteil seiner Tarifverträge gekündigt - darunter auch den wichtigen Manteltarifvertrag. Aus Sicht des Unternehmens seien verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck anzupassen, teilte VW nach einem Gespräch mit Arbeitnehmervertretern mit.
Zur genauen Zahl der gekündigten Verträge wollte sich ein VW-Sprecher nicht äußern. Der IG Metall zufolge handelt es sich um zehn.
Im Streit um weitere Einsparungen kündigt VW zahlreiche Tarifverträge zum Jahresende. Auch der Manteltarifvertrag ist betroffen. Frank Bethmann an der Börse berichtet.
30.09.2026 | 1:04 minVW-Manager: Konkurrenz aus China erhöht Druck
Das wirtschaftliche Umfeld hat sich nach Angaben des Personalvorstands der Marke Volkswagen, Arne Meiswinkel, für die Autoindustrie und damit auch für Volkswagen gravierend verschärft. "Diese Marktveränderungen sind strukturell und tiefgreifend." Meiswinkel sagte weiter:
Unter anderem drängen chinesische Hersteller mit günstigen Exporten nach Europa.
Arne Meiswinkel, Personalvorstand Volkswagen
Das erhöhe den Preis- und Wettbewerbsdruck enorm. Die Maßnahmen aus dem Zukunftsplan 2030 müssten daher schnell und konsequent umgesetzt werden.
Volkswagen steht vor einem harten Sparkurs: Der Aufsichtsrat berät über die Zukunft des Konzerns. 50.000 Stellen weltweit sollen wegfallen, Werke brauchen neue Perspektiven.
04.09.2026 | 2:34 minVW kündigt Tarifverträge fristgerecht zu Ende Dezember
Die Tarifverträge hat VW fristgerecht zum 31. Dezember 2026 gekündigt. So will man laut VW einen Verhandlungsraum öffnen. Die IG Metall warf VW vor, mit der Kündigung der Tarifverträge etwa tarifliche Zulagen, Ausbildungsübernahmen sowie Schutzregelungen für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Beschäftigte infrage zu stellen.
Besonders problematisch sei der drohende Eingriff in den Manteltarifvertrag, so die Gewerkschaft. Dort seien die Arbeitszeit gleichermaßen geregelt wie die tarifliche Urlaubszeit von 30 Tagen, aber auch Schutzrechte.
Manteltarifvertrag für mehr als 100.000 VW-Beschäftigte
Der Manteltarifvertrag bündelt zahlreiche grundlegende Regelungen für die mehr als 100.000 Beschäftigten in Deutschland. Insgesamt besteht der VW-Haustarif aus 13 einzelnen Verträgen. Sie regeln unter anderem Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit und Zulagen. Nicht betroffen von der Kündigung sind der Zukunftstarifvertrag 2024 und die darin vereinbarte Beschäftigungssicherung bis Ende 2030.
Das VW-Werk in Osnabrück beendet 2027 seine Autoproduktion. Nun wollen das Land Niedersachsen und israelische Investoren den Standort übernehmen und dort Rüstungsprodukte herstellen.
07.09.2026 | 1:33 minBetriebsrat kündigt Widerstand an - weitere Gespräche im Oktober
Erste Folgen könnten VW-Beschäftigte nach Angaben der Arbeitnehmer von Januar 2027 an spüren. Gewerkschaft und Betriebsrat kündigten Widerstand an. Niedersachsens IG-Metall-Chef Thorsten Gröger:
Das ist ein übles Foul an der Belegschaft und erneut ein schamloser Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen.
Thorsten Gröger, IG Metall
Man werde das nicht hinnehmen, so Gröger. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo rechnete mit einer "heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel".
Der Autobauer und die Gewerkschaft vereinbarten nach VW-Angaben, sich zu weiteren Gesprächen in der zweiten Oktoberhälfte zu treffen.
Der Autobauer VW will zukunftsfähig werden und hat dafür umfassende Reformen angekündigt. Unter anderem sollen 50.000 Stellen gestrichen werden. Welche Folgen zu erwarten sind - ZDFheute live.
04.09.2026 | 30:07 minTreffen zwischen VW-Vertretern und Gewerkschaft
Am Mittwoch hatten sich Vertreter von Volkswagen, IG Metall und Betriebsrat zu einem sogenannten Überprüfungsgespräch getroffen. Die Arbeitnehmer, die das Gespräch ursprünglich anberaumt hatten, verlangten Klarheit darüber, ob und wie VW die Zusagen aus dem Zukunftstarifvertrag von 2024 einhält.
Diese Abmachungen sahen Gewerkschaft und Betriebstrat angesichts der deutlich verschärften Sparpläne in Gefahr. Das Management wollte im Gegenzug erklären, warum die damals vereinbarten Einsparungen aus seiner Sicht nicht mehr ausreichen.
In der EU sprechen sie vom China-Schock: Peking überschwemmt den europäischen Markt, das Handelsdefizit wächst pro Tag um eine Milliarde. Brüssel will sich wehren.
24.09.2026 | 2:15 minGekürzte Boni und keine Lohnerhöhung
Der Tarifabschluss 2024 war hart erkämpft worden. Erst nach Warnstreiks und einem einwöchigen Verhandlungsmarathon kurz vor Weihnachten hatte es eine Einigung gegeben.
Der Kompromiss sieht den Abbau von 35.000 VW-Jobs in Deutschland bis 2030 vor. Außerdem wurden Boni und Zulagen gekürzt und Lohnerhöhungen auf Eis gelegt. Europas größter Autobauer verzichtet im Gegenzug auf betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen - und sagte Investitionen und neue Produkte für die deutschen Standorte zu.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Thema Volkswagen
Vier Werke stehen vor dem Aus:VW beschließt Sparpaket und Stellenabbau
Video1:20Ausfall der Lenkung droht:VW und Audi rufen fast eine Million Autos in die Werkstätten
mit Video0:31Milliardenschwere Porsche-Abschreibung:Volkswagen senkt Gewinnerwartung für 2026 deutlich
mit Video2:34Produktion in Osnabrück:Wieso ein ehemaliges VW-Werk Rüstungsstandort werden soll
von Anne-Kirstin Bergermit Video1:33