Mehrere Tausend Stellen in Europa betroffen:Autozulieferer Schaeffler schließt vier deutsche Standorte
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler verschärft mit einem Kostensenkungsprogramm und Stellenstreichungen seinen Sparkurs. Auch deutsche Arbeitnehmer soll es treffen.
Durch die Krise in der Automobilbranche streicht der Auto- und Industriezulieferer in Europa 3.460 Stellen. Damit sollen über 2.000 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen.
03.11.2026 | 1:42 minDer Autozulieferer Schaeffler hat ein weiteres Sparprogramm mit massiven Einschnitten bei der Beschäftigung angekündigt. In Europa sollen 3.460 Stellen gestrichen und fünf Standorte "perspektivisch" geschlossen werden, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. 2.660 der Stellen und vier der Standorte entfallen demnach auf Deutschland.
Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach betroffen
Betroffen sind die Werke in Dortmund mit 430 Beschäftigten, in Morbach mit 160 Mitarbeitenden, in Berlin mit 270 Beschäftigten und in Schwalbach mit 385 Beschäftigten. Weitere "Anpassungen" und teils Einstellungen von Geschäftsaktivitäten betreffen verschiedene weitere Standorte, etwa in Höchstadt, Erlangen und Schweinfurt.
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler schließt vier Werke in Deutschland und will über 3400 Stellen in Europa abbauen. Frank Bethmann berichtet über die Gründe.
03.11.2026 | 1:05 minIn Deutschland beschäftigt das Unternehmen den Angaben nach derzeit knapp 32.000 Menschen. Der Stellenabbau hierzulande betrifft damit rund neun Prozent der Belegschaft und soll bis 2028 abgeschlossen sein. Zusammen mit bisherigen Sparprogrammen und bereits unterzeichneten 1.800 Altersteilzeitverträgen beträgt der Jobabbau 18 Prozent der Belegschaft in Deutschland.
Ein Grund: E-Motoren brauchen deutlich weniger Komponenten
Außerhalb Deutschlands sind Verkleinerungen der Standorte in Hagenau und Toulouse in Frankreich sowie in Skalica und Kysuce in der Slowakei geplant. Der Standort Herstal in Belgien mit 15 Mitarbeitenden wird geschlossen.
Die schwächelnde deutsche Autoindustrie setzt auf unterschiedliche Lösungen: BMW etwa auf ein großangelegtes Abfindungsprogramm, Audi auf ein umstrittenes neues Werk in den USA.
30.10.2026 | 1:34 minSchaeffler verweist auf "das anhaltend herausfordernde Umfeld im Automobilgeschäft" und die "abgeschwächte Nachfrage im Geschäft mit Verbrennerfahrzeugen". Bei E-Autos nennt das Unternehmen den "verzögerten Hochlauf". Hinzu kommt, dass E-Motoren deutlich weniger Komponenten brauchen.
Das Unternehmen plant für den Jobabbau einmalige Kosten in Höhe von 480 Millionen Euro ein. Ab 2030 sollen dann jährlich 300 Millionen Euro eingespart werden. Schaeffler gebe "ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland" ab, erklärte die Firma. Doch die Personalkosten seien hier überdurchschnittlich hoch und die Konzernorganisation zugleich sehr komplex.
Die Abkehr vom Verbrenner-Aus dürfe jetzt nicht dazu führen, dass die Industrie das Tempo bei der E-Mobilität drossele, sagt Auto-Experte Stefan Bratzel.
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