Fed: US-Notenbank erhöht Leitzins erstmals seit über drei Jahren

Federal Reserve:US-Notenbank erhöht Leitzins erstmals seit 2023

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Die US-Notenbank Fed hat auf die hohe Inflation reagiert und den Leitzins auf die neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Trump pocht weiterhin auf eine Senkung.

SGS Börse Bethmann

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins erhöht - zum ersten Mal seit 2023.

16.09.2026 | 1:30 min

Im Kampf gegen die hartnäckig hohe Inflation hebt die US-Notenbank den Leitzins an. Der geldpolitische Schlüsselsatz wurde am Mittwoch um einen Viertelpunkt erhöht - auf die neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent.

Der Druck auf die Fed mit ihrem Chef Kevin Warsh war groß, nachdem die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Komponenten wie Energie und unverarbeitete Nahrungsmittel zuletzt höher als erwartet ausgefallen war und die Erwartungen einer strafferen Geldpolitik verstärkt hatte.

In Erwartung des Zinsentscheids hatten sich die Anleger an den Börsen heute mit größeren Aktienkäufen zurückgehalten. Der Dax notierte zum Handelsschluss ein halbes Prozent höher bei 25.537,75 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann genauso viel auf 6266,50 Zähler.

BERLIN, 10. September 2026 (Xinhua) – Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde (Mitte), spricht am 10. September 2026 auf einer Pressekonferenz in Berlin. Die Europäische Zentralbank (EZB) gab am Donnerstag bekannt, dass sie die Leitzinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Dies ist angesichts des steigenden Inflationsdrucks die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Europäische Zentralbank den Leitzins erhöht - erst zum zweiten Mal seit Juni 2025. Die Auswirkungen sind vielfältig: Höhere Zinsen für Kredite, aber auch mehr Zinsen auf Sparvermögen.

10.09.2026 | 3:05 min

Experten: Folgen weitere Schritte der Fed?

"Bei der Fed ist der Geduldsfaden gerissen. Ihre Zuversicht ist geschwunden, dass die Inflation auf absehbare Zeit zum Zielwert zurückkehrt", so die Einschätzung von Bastian Hepperle, Ökonom bei Bethmann HAL. Michael Heise, Chefökonom beim Vermögensverwalter HQ Trust, erwartet, dass die Zinsanhebung in der Politik Kritik hervorrufen wird. Zugleich dürfte sie demnach in der Öffentlichkeit auch auf Verständnis stoßen, da sich die Lebenshaltung in den USA erheblich verteuert hat.

US-Chefökonom Robert Sockin vom Finanzdienstler PGIM hält nun weitere Schritte für möglich: "Historisch gesehen neigt die Fed nicht dazu, ihre Geldpolitik mit einer einzigen Anhebung oder Senkung anzupassen." Maxime Darmet-Cucchiarini, leitender Volkswirt bei Allianz Trade, rechnet mit einer zweiten Zinsanhebung im Dezember.

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10.09.2026 | 1:32 min

Weitere Zinserhöhung noch in diesem Jahr?

In ihrem Zinsausblick signalisierten die Währungshüter bereits, dass sie die Zügel weiter anzuziehen gedenken: Bis Ende 2026 könnte demnach noch ein Erhöhungsschritt hinzukommen, bevor die Fed im kommenden Jahr in den Wartemodus schaltet. Eine Zinssenkung, wie sie US-Präsident Donald Trump fordert, ist damit wohl vorerst vom Tisch.

Donald Trump reagiert ungehalten auf Zinsanhebung

Trump hatte sich wiederholt für niedrigere Zinsen ausgesprochen und erklärte im vergangenen Monat, die USA würden den Handel mit Ländern einstellen, mit denen sie ein Handelsdefizit haben, sollte die Fed die Zinsen nicht senken. Nach der Zinsanhebung reagierte er in seinem Onlinedienst Truth Social nun ungehalten und forderte erneut einen Zinsschnitt - "und zwar schnell!". "Die Zinssätze in den Vereinigten Staaten sollten bei ein Prozent oder darunter liegen", schrieb Trump. Die Investoren dürften mit Spannung auf weitere Reaktionen aus dem Weißen Haus achten.

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Mit dem Fed-Entscheid geht Notenbank-Chef Warsh auf Konfrontationskurs mit Trump. Mit der Straffung der Geldpolitik dürfte er allerdings auch gleich zwei Lager von Kritikern besänftigt haben. So vermissten einige Experten seit seinem Amtsantritt im Mai tatsächliche Schritte, um der von ihm priorisierten Preisstabilität nachzukommen. An den Finanzmärkten war befürchtet worden, dass eine sechste Zinspause in Folge seit Dezember 2025 die Glaubwürdigkeit der Fed massiv beschädigt hätte.

Zudem dürfte Warsh zunächst jenen Skeptikern den Wind aus den Segeln nehmen, die ihm eine zu große Nähe zu Trump nachgesagt hatten. Warshs Personalie war umstritten: Volkswirte befürchteten, dass sich die Fed von einer datenbasierten Geldpolitik entfernen und politisch gesteuert agieren könnte. Warsh hingegen beteuert, er habe sich gegenüber dem Präsidenten zu keiner bestimmten Zinsentscheidung verpflichtet und sei von diesem auch nie dazu aufgefordert worden. Er wolle die Fed unabhängig weiterführen.

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Quelle: dpa, Reuters
Über das Thema berichteten am 16.09.2026 mehrere Sendungen, darunter ZDFheute Xpress in dem Beitrag "US-Notenbank Fed erhöht den Leitzins" um 20:58 Uhr sowie das heute journal ab 21:45 Uhr.

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