Erfolge im Motorsport und mit Handbike:Ex-Rennfahrer Alessandro Zanardi gestorben
Der paralympische Sport trauert um Alessandro Zanardi. Der Italiener hatte 2001 bei einem Crash im Motorsport beide Beine verloren und war danach aufs Handbike gewechselt.
Nach seinem Rennunfall 2001 ist er dem Tode nahe und verliert beide Beine. Er gibt nicht auf und wird Top-Paralymics-Athlet. Jetzt ist Alessandro "Alex" Zanardi mit 59 Jahre gestorben.
02.05.2026 | 0:17 minDer ehemalige Formel-1-Pilot und spätere Behindertensportler Alessandro Zanardi ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Dies teilte seine Familie mit, machte aber keine genaueren Angaben zur Todesursache: "Alex ist friedlich eingeschlafen, umgeben von der Zuneigung seiner Angehörigen." Er sei am Freitagabend plötzlich verstorben.
Zanardi acht Jahre in der Formel 1
Zanardi war in der Formel 1 zwischen 1991 und 1999 bei mehr als 40 Rennen dabei. Er fuhr unter anderem für Lotus und Williams, wo er Teamkollege von Ralf Schumacher war.
Nach dem Ende seiner Formel-1-Karriere fuhr er unter anderem in der Champ-Car-Serie. Bei einem Rennen im September 2001 auf dem Lausitzring verunglückte er nach einem Boxenstopp schwer. Zanardi hatte sich mit seinem Wagen gedreht, ein Konkurrent krachte in das Auto.
Lausitzring, September 2001: Alex Zanardis Auto zerbricht nach dem Crash mit dem Wagen von Alex Tagliani.
Quelle: AP Photo/Eckehard SchulzNach Crash wurde Zanardi mehrmals wiederbelebt
Im Helikopter auf dem Weg zum Notfallkrankenhaus in Berlin musste Zanardi siebenmal wiederbelebt werden. Er hatte viel Blut verloren, aber Zanardi überlebte. Allerdings musste ihm beide Beine amputiert werden.
Es war ein Einschnitt in seinem Leben - Zanardi nannte ihn rückblickend "einen der leuchtendsten Augenblicke". Er habe schließlich "etwas überstanden, das nicht nur entgegen jeder Wahrscheinlichkeit ist".
Laut Wissenschaft hatte ich nicht den Hauch einer Chance.
Alessandro Zanardi
Neustart erst im Rennsport, dann mit Handbike
Nach einer langen Reha kehrte er sogar zurück in den Rennsport. Nur zwei Jahre nach dem Unfall vom Lausitzring saß Zanardi wieder im Cockpit eines Rennwagens - umgebaut für seine Bedürfnisse. Vier Siege feierte er bei den Deutschen Tourenwagen-Masters.
2003: Alessandro Zanardi gibt sein Autorennsport-Comeback. Hier sitzt er in einer für ihn angefertige Spezialversion eines BMW 320i.
Quelle: AP Photo/Luca BrunoSeinen nächsten Neustart machte er im Behindertensport und feierte Erfolge bei den Paralympics. In London 2012 und in Rio de Janeiro 2016 gewann er mit dem Handbike vier Gold- und zwei Silbermedaillen. Dazwischen machte er einen Ausflug nach Hawaii und finishte 2014 und 2015 bei der Ironman-WM.
Alessandro Zanardi 2014 in seinem Handbike beim Ironman auf Hawaii.
Quelle: Fabio Bozzani / BMW Group / dpaSchwerer Unfall mit dem Handbike
Doch Zanardi blieb vom Pech verfolgt. Im Juni 2020 verlor er bei einem Benefizrennen in der Toskana die Kontrolle über sein Handbike und kollidierte mit einem Lkw. Dabei erlitt er schwerste Kopf- und Gesichtsverletzungen und schwebte lange in Lebensgefahr.
Von einer "heiklen neurochirurgischen Operation" sprachen die Ärzte damals. Im Jahr darauf sagte seine Frau, dass er kommunizieren könne, aber nicht in der Lage sei zu sprechen. Er habe aber noch viel Kraft in den Armen und Händen.
Italien und die Formel 1 betrauern Zanardi
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni würdigte Zanardi als "außergewöhnlichen Menschen, der jede Prüfung des Lebens in eine Lektion in Mut, Stärke und Würde verwandeln konnte".
Mit seinen sportlichen Erfolgen, seinem Vorbild und seiner Menschlichkeit hat er uns allen viel mehr als nur einen Sieg geschenkt: Er hat uns Hoffnung, Stolz und die Kraft gegeben, niemals aufzugeben.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni
"Ein Held größten Kalibers", schrieb die Formel 1 in einer Huldigung. "Er stand vor Herausforderungen, die jeden anderen zum Aufgeben gebracht hätten, doch er blickte stets nach vorne - immer mit einem Lächeln und einer unerschütterlichen Entschlossenheit, die uns alle inspirierte", sagte Zanardi-Landsmann und Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali.
Alex war ein Pionier, eine Ikone und eine Legende der paralympischen Bewegung.
Internationales Paralympisches Komitee (IPC)