Angst vor Terrorsympathisanten:Linken-Spitze stellt sich hinter Eralp - Kritik am "Spiegel"
von Dominik Rzepka
Die Vorsitzenden der Linken haben sich hinter Elif Eralp gestellt und den "Spiegel" kritisiert. Dass Eralp Angst vor Terrorsympathisanten hat, gehöre nicht in die Zeitung.
Elif Eralp äußert in internen Anmerkungen zu einem "Spiegel"-Interview Angst vor Terror-Sympathisanten. Das verstärkt den Druck auf die Berliner Linke und nährt Zweifel an Eralp.
29.10.2026 | 2:40 minDie Vorsitzenden der Linken, Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano, haben die Berichterstattung des "Spiegel" kritisiert. Das Magazin hatte interne Anmerkungen aus einem Interview veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass Eralp Angst vor Terrorsympathisanten hat.
Schwerdtner und Pantisano teilten ZDFheute mit:
Dass im Zuge der aufgebauschten Debatte um Die Linke nun private Inhalte von Elif Eralp veröffentlicht wurden, die die Sicherheit ihrer Familie akut bedrohen, geht zu weit.
Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano, Linke
Wer so im Mittelpunkt stehe wie Eralp, mache sich Gedanken um seine Familie. Nach den letzten Wochen sei das nur menschlich.
Diese Sorge gehört nicht in die Zeitung. Wir stellen uns vor Elif und vor ihre Familie.
Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano, Linke
Steffen Krach, SPD-Spitzenkandidat in Berlin, sagt im Interview, die Äußerungen Eralps senden ein "verheerendes Signal". Die Koalitionsgespräche will er zunächst aber fortsetzen.
29.10.2026 | 5:31 minEralp hat "Angst vor diesen Leuten"
Eralp hatte offenbar in internen Anmerkungen zu einem Interview, die versehentlich an den "Spiegel" gingen, geschrieben, sie und ihr Mann hätten "Angst vor diesen Leuten" und damit offenbar propalästinensische Terrorsympathisanten mit Kontakten zur Hamas gemeint.
Das geht aus internen Anmerkungen zu einem Interview hervor, das das Magazin am Montag mit ihr geführt hat. Das Dokument wurde offenbar versehentlich samt der Kommentare von Eralps Büro an den "Spiegel" geschickt. Eine Autorisierung eines schriftlichen Interviews ist in Deutschland nicht unüblich.
Die Debatte über eine mögliche Koalition in Berlin beschäftigt Grüne und SPD. Einzelne Parteimitglieder sprechen sich gegen eine Zusammenarbeit mit der Linken aus.
25.10.2026 | 4:25 minPanne bei Interview-Autorisierung?
Der "Spiegel" sprach in dem Interview nach eigenen Angaben auch das Thema Organisierte Kriminalität (OK) an. In den Anmerkungen, die Eralps Büro offenbar unbeabsichtigt zurückschickte, heißt es dazu:
"Das LKA hat damals gesagt, sie empfehlen, nie konkrete Namen zu nennen. Damals ging es um OK. Jetzt geht's um Leute mit Kontakten zur Hamas. Ich kann mich und meine Familie für den SPIEGEL nicht in Gefahr bringen. Was machen wir jetzt? Das ganze Interview stornieren?"
Nach Informationen von "Politico" erwägt die Linke eine Beschwerde beim Deutschen Presserat. Dieser könnte prüfen, ob es ethisch vertretbar war, die internen Anmerkungen Eralps zu veröffentlichen.
Mehrere Bundestagsabgeordnete lehnen eine Berliner Koalition mit der Linken ab. SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler meint: „Solange diese strukturellen Antisemitismus-Themen nicht vom Tisch sind, kann die SPD keine Koalition eingehen.“
19.10.2026 | 4:22 minMüller hält Eralp für erpressbar
In einer ersten Reaktion sagte Eralp am Rand der konstituierenden Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses, dass es völlig normal und selbstverständlich sei, sich Sorgen um die eigene Familie zu machen.
Ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen.
Elif Eralp, Linke
Der ehemalige Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte dem Fernsehsender Phoenix hingegen gesagt, der Bericht könnte Konsequenzen für ein mögliches rot-grün-rotes Bündnis in Berlin haben.
Das würde bedeuten, dass die Regierende Bürgermeisterin erpressbar ist. Das muss man so klar sagen.
Michael Müller (SPD)
Sofern der Bericht stimme, gebe es "erheblichen Klärungsbedarf und eine erneute große Hürde auf dem Weg zu einer Koalition mit dieser Partei", so Müller.
Michael Müller (SPD) im Interview mit phoenix
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CDU fordert Ende von Rot-Grün-Rot
Der Berliner SPD-Vorsitzende Steffen Krach zeigte sich in einer ersten Reaktion durch den Bericht erschüttert. "Es zeigt, dass wir ein ernsthaftes Problem mit organisierter Kriminalität in dieser Stadt haben", so Krach.
Scharfe Kritik kommt von Stefan Evers, dem kommissarischen Chef der Berliner CDU. Er forderte Grüne und SPD auf, die Verhandlungen mit der Linken zu beenden. Sie müssten "endlich die Notbremse ziehen", sagte Evers dem "Spiegel".
Wie soll Elif Eralp als Regierende Bürgermeisterin die Sicherheit von Millionen Menschen gewährleisten, wenn sie selbst Angst vor dem islamistischen Umfeld ihrer Partei hat?
Stefan Evers (CDU)
Evers sagte, er sei bereit, eine Koalition mit Grünen und SPD zu bilden. Die Hand der CDU bleibe ausgestreckt. Neben Rot-Grün-Rot hätte in Berlin auch eine sogenannte Kenia-Koalition aus CDU, Grünen und SPD eine rechnerische Mehrheit.
Dominik Rzepka ist Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio.
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