Ab 2027 schrittweise Einführung geplant:Neues Kita-Gesetz vom Kabinett gebilligt: Was es beinhaltet
Alle vierjährigen Kinder sollen künftig standardisiert auf Sprache und Entwicklung getestet werden. Das soll laut Familienministerin Prien zu mehr Bildungsgerechtigkeit führen.
Die Bundesregierung will die frühkindliche Bildung mit Milliarden-Investitionen stärken. Vorgesehen sind etwa einheitliche Sprachtests mit vier Jahren.
02.09.2026 | 0:20 minAlle Kinder in Deutschland sollen künftig im Alter von vier Jahren nach einheitlichen Standards auf Sprache und Entwicklung getestet werden. Bei Bedarf sollen die Jungen und Mädchen besonders gefördert werden, damit der Start in die Grundschule besser klappt. Das steckt im Entwurf des neuen Kita-Gesetzes, den das Bundeskabinett gebilligt hat und der nun zur Beratung in den Bundestag geht. Ab 2027 soll es schrittweise in Kraft treten und ab 2029 voll greifen.
Ziel sei mehr Bildungsgerechtigkeit, sagte Familienministerin Karin Prien (CDU). "Der Bildungs- und Lebensweg von Kindern, von jungen Menschen hängt immer noch viel zu stark davon ab, woher ein Kind kommt, aus welcher Familie es stammt, wie der Bildungsstand der Eltern ist und zu wenig davon, wie Talente und Fähigkeiten bei den Kindern selbst sind", sagte sie.
Die Schere öffne sich sehr früh und es gelinge bisher nicht, sie im Bildungssystem zu schließen. Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler ließen insgesamt nach, immer mehr von ihnen erreichten keinen Abschluss. Das gefährde die Wirtschaft, aber auch die Demokratie, meinte die Ministerin.
Jahrelang wurde mit Öffentlichkeitsarbeit um Erzieher geworben – mit Erfolg. Doch viele Absolventen finden keinen Job, weil es zu wenig Kinder gibt und bei der frühkindlichen Bildung gespart wird.
21.08.2026 | 1:48 minDrei Hauptpunkte im neuen Kita-Gesetz
Das Neue am sogenannten Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG) nach Priens Worten: "Erstmals schaffen wir verbindliche Qualitätsstandards auf Bundesebene für den Bereich der Kindertagesbetreuung." Und die Finanzhilfen des Bundes an die Länder seien nicht mehr kurzfristig, sondern auf acht Jahre angelegt. Der Bund gibt laut Gesetzentwurf bis 2034 insgesamt 9,25 Milliarden Euro.
Das Gesetz setzt an drei Punkten an:
- Mehr Kinder in öffentliche Betreuung bringen
- Möglichst früh vor allem fehlende Sprachkenntnisse dingfest machen
- Etwaige Probleme durch gezielte Hilfen ausgleichen
Die Tests, bei denen neben Sprachkenntnissen auch Bewegung, emotionale Entwicklung und mathematische Fähigkeiten ermittelt werden, sollen auch Vierjährige durchlaufen, die nicht in einer Kita sind.
Weil die Geburtenzahlen sinken, fallen in Kitas immer mehr Stellen weg. Prof. Kai Maaz betont: "Man wäre gut beraten, dieses Personal im System zu lassen" - für gute Bildung und Betreuung.
21.08.2026 | 6:14 minBesonderes Augenmerk auf Kinder in schwierigen Lebensumständen
Alle Kitas sollen etwas mehr Geld und Zeit für die neuen Tests und die Förderung bekommen. Besonderes Augenmerk liegt aber auf Kitas mit vielen Kindern, die in schwierigen Lebensumständen aufwachsen. Je nach Größe sollen die Einrichtungen bis zu 1,5 zusätzliche Personalstellen bekommen. Diese besondere Förderung soll in mindestens zehn Prozent der Kitas in jedem Land zur Verfügung stehen.
Kriterium dafür ist, ob dort viele Kinder sind, die in finanzieller Bedürftigkeit aufwachsen, für die die Familiensprache nicht Deutsch ist oder deren sprachliche Entwicklung auffällig ist. Kitas und Schulen sollen Daten über Ergebnisse der Sprach- und Entwicklungstests miteinander teilen können.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zum Thema Kinder und Bildung
Mehr Förderung vor Einschulung:Zu wenig Sprache, zu viel Bildschirm: Minischule soll helfen
von Jenifer Girkemit Video1:30Was die Parteien für Schulen planen:Sachsen-Anhalts Probleme mit der Bildung
von Annette Pöschelmit Video1:56Ganztägige Förderung von Grundschülern:Recht auf Ganztagsbetreuung: Was Eltern jetzt wissen sollten
von Arlette Geburtigmit Video0:56Teilhabegelder:Leistungen erreichen zu wenige Kinder
mit Video0:28