Gen-Z-Proteste in Deutschland: Aktuelle Entwicklungen im Liveblog

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Demos in mehr als 30 Städten:Gen-Z-Demos: Ausschreitungen überschatten den Protest

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In mehr als 30 Städten haben junge Menschen ihren Frust auf die Straße getragen. Am Rande der meist friedlichen Proteste kam es in manchen Städten zu Krawallen. Der Tag im Blog.

Ein Mann schlägt mit einem Verkehrsschild das Schaufenster eines Geschäfts in Frankfurt ein

Gewalt und Plünderungen von Geschäften in Frankfurt: Wie kam es nach den friedlichen Gen-Z-Protesten dazu? ZDFheute live ordnet ein.

01.11.2026 | 78:26 min

Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, unter anderem im ZDF Spezial am 31.10.2026 ab 21:30 Uhr sowie im heute journal am 31.10.2026 ab 21:45 Uhr.
Wichtige Meldungen

Linken-Politikerin Bünger wirft Dobrindt Rassismus vor

Scharfe Kritik an Dobrindt kommt von der innenpolitischen Sprecherin der Linken, Clara Bünger. Dass Dobrindt die Herkunft mutmaßlicher Täter in den Mittelpunkt stelle, sei unerträglich, sagt Bünger ZDFheute: "Mit seinen Aussagen bedient er rassistische Ressentiments. Und das vermutlich sogar wider besseren Wissens."

Die kriminologische Forschung zeige seit Langem, dass Kriminalität durch verschiedene soziale und individuelle Faktoren sowie konkrete Tatgelegenheiten beeinflusst werde. Sie lasse sich "nicht einfach mit der Herkunft eines Menschen erklären". 

Die Sorgen einer ganzen Generation würden nicht mit rassistischen Narrativen verschwinden, sondern durch eine Politik, die ihre Anliegen ernst nehme, so Bünger.


Poseck: "Insgesamt 54 Festnahmen"

Bei den Krawallen in Frankfurt wurden 54 Personen festgenommen. "Die Polizei geht davon aus, dass sie es mit 1.000 bis 1.500 Störern zu tun hatte", sagt der hessische Innenminister Poseck.

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01.11.2026 | 0:27 min

Wichtige Meldung

Was zu den Ausschreitungen in Frankfurt bekannt ist

Nach den heftigen Ausschreitungen in der Frankfurter Innenstadt läuft die Aufarbeitung bei der Polizei und in der Politik. Was bisher über die Randale-Nacht bekannt ist.

Zum Beitrag

Barrikaden bei Frankfurter Zeil angezündet

Bei Ausschreitungen, unter anderem in Frankfurt, haben Randalierende Barrikaden nahe der Einkaufsmeile Zeil in Brand gesetzt. Zuvor hatten bundesweit Zehntausende friedlich demonstriert.

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01.11.2026 | 0:28 min

Wichtige Meldung

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt: "Gewaltbereite linke Gruppen"

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat die Krawalle verurteilt und sieht vor allem bestimmte Gruppen als Urheber von Ausschreitungen. "Gewaltbereite linke Gruppen" sowie "migrantische Chaoten" hätten die friedlichen Demonstrationen gekapert, so Dobrindt im ZDF. "Was wir da gesehen haben, ist eindeutig Landfriedensbruch. Ich erwarte, dass es harte Strafen gibt“, so Dobrindt.

Dobrindt nannte das Vorgehen der Polizei "hochprofessionell" und "deeskalierend". Auch das habe dazu beigetragen, dass es keine Bilder wie zuletzt aus Frankreich gegeben habe.

Grünen-Bundestagsfraktion: "Unser Dank gilt allen Einsatzkräften"

Auch Konstantin von Notz, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Grünen äußert sich zu den Protesten: "Im Laufe des gestrigen Tages haben Zehntausende zumeist junge Menschen protestiert. Sie haben friedlich auf die berechtigten Anliegen einer ganzen Generation aufmerksam gemacht." Da im Vorfeld von verschiedenen Akteuren versucht worden wäre, die Proteste illegitim zu unterwandern, stand leider zu befürchten, dass es auch in Deutschland zu vereinzelten Ausschreitungen kommen würde.

"Gewalttätiger Protest, das Attackieren von Einsatz- und Rettungskräfte und Plünderungen sind absolut inakzeptabel und gehören scharf verfolgt und unterbunden. Unser Dank gilt allen Einsatzkräften, die gestern Schlimmeres verhindert haben", so von Notz weiter.


SPD-Bundestagsfraktion: Nehmen Forderungen der Jugend "sehr ernst"

Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion ordnet die Ausschreitungen am Samstag so ein: "Zehntausende Jugendliche haben am Samstag friedlich demonstriert, weil sie bessere Zukunftschancen haben wollen. Es ist gut, dass sich junge Menschen einmischen und auf die Straße gehen, um die Öffentlichkeit auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen." Die SPD-Fraktion unterstütze dies und nehme die Forderungen der Jugend "sehr ernst".

Die Randale in manchen Städten, die sich am Abend ereignet haben, seien dagegen absolut inaktzeptabel, so Eichwede weiter. "Gewalt gegen die Polizei und Plünderungen und Beschädigungen von Geschäften sind kriminelle Vergehen, gegen die der Rechtsstaat konsequent mit allen Mitteln vorgehen muss."


Union-Bundestagsfraktion über Angreifer: "Mit der ganzen Härte des Rechtsstaats rechnen"

Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, äußert sich zu den heftigen Ausschreitungen am Samstag: "Die junge Generation hat jedes Recht, für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen. Wer friedlich demonstriert, verdient Gehör. Wer dagegen Polizisten angreift und Schaufenster einschlägt, muss mit der ganzen Härte des Rechtsstaats rechnen." 

Die berechtigten Anliegen junger Menschen dürften nicht als Vorwand für linksextremistische Randale missbraucht werden. "Ich danke unserer Polizei, die gestern Abend gut vorbereitet und entschlossen eingeschritten ist", so Throm weiter.


Angriffe auf Einsatzkräfte: Polizeigewerkschaften fordern mehr Unterstützung

Nach Angriffen gegen Einsatzkräfte im Zuge von Jugendprotesten haben Polizeigewerkschaften mehr Unterstützung für Polizistinnen und Polizisten angemahnt und ein scharfes Vorgehen gegen die Täter gefordert. "Die Belastung unserer Kolleginnen und Kollegen steigt extrem. Die nächsten Einsätze stehen bereits an. Wir brauchen mehr Reserven und mehr einsatzfähiges Gerät", erklärte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, am Sonntag. Die Kolleginnen und Kollegen verdienten "großen Respekt und die volle Rückendeckung der Politik".


Prien über friedliche Demonstranten: "Deren Stimmen höre ich"

Bundesbildungsministerin Karin Prien verurteilt die Krawalle nach Jugendprotesten in mehreren Städten, will wichtige inhaltliche Fragen aber ausdrücklich aufgreifen. Die CDU-Politikerin sagte der dpa: "Dass Gewaltbereite an einigen Orten die Demonstrationen regelrecht gekapert haben, verstellt den Blick auf die eigentlichen Anliegen der jungen Generation." Dies bedauere sie besonders. Der überwiegende Teil sei friedlich auf die Straße gegangen. "Deren Stimmen höre ich, mit denen will ich tiefer ins Gespräch kommen." 

Prien betonte: "Die Anliegen der Jugendlichen sind berechtigt und überaus relevant." Damit genügend Geld für dringend benötigte Investitionen in Bildung und die künftige Generation bereitstehe, müssten Reformen bei Rente, Pflege und Gesundheit unbedingt umgesetzt werden. 


Keine Ausschreitungen in Bayern: Söder zufrieden

Anders als Frankfurt oder Köln ist Bayern von schweren Krawallen im Zusammenhang mit den Jugenddemos verschont geblieben. In München blieb es mit rund 5.000 Teilnehmern überwiegend friedlich, ebenso in Augsburg, Rosenheim und Regensburg. Bayerns Polizei habe mit ihrer klugen und vorausschauenden Einsatztaktik Ansätze gewaltsamer Ausschreitungen schnell unterbunden, sagte Innenminister Herrmann.

Auch Ministerpräsident Söder lobte den "sehr starken und guten Einsatz der Polizei". In Bayern gebe es "keinen Platz für Krawall", betonte Söder. "Deswegen war der massive Polizeieinsatz wichtig und richtig."


Wichtige Meldung

OB: Viele Menschen mit Migrationsgeschichte unter den Einsatzkräften

Laut Hessens Innenminister Roman Poseck war die Tätergruppe in Frankfurt "überwiegend migrantisch geprägt". Auf der gemeinsamen Pressekonferenz stellt Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef dazu fest: "Weil es viel um die Menschen mit Migrationsgeschichte geht: Es sind auch viele Menschen mit Migrationsgeschichte gestern unter den Einsatzkräften gewesen, die unsere Stadt geschützt haben. Die angegriffen worden sind."

Josef erinnerte daran, "dass in einer Stadt wie Frankfurt etliche der Menschen, die unsere Stadt schützen, als Einsatzkräfte auch Migrationsgeschichte und Migrationshintergrund haben."

Quelle: Andreas Arnold/dpa

Köln: ZDF-Reporter gerät in Polizeieinsatz

Bei einem Polizeieinsatz im Rahmen der Gen-Z-Proteste gerät ZDF-Reporter Peter Böhmer in einen Polizeieinsatz. Weder Personen, noch Equipment seien zu Schaden gekommen, sagt er.

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01.11.2026 | 1:08 min

Handelsverband fordert Hilfe für Ladenbesitzer

Der Handelsverband Hessen fordert nach den Ausschreitungen und Plünderungen von Geschäften in Frankfurt rasche Unterstützung für betroffene Ladenbesitzer. "Jetzt muss es zunächst darum gehen, den betroffenen Händlerinnen und Händlern schnell zu helfen und die Folgen der entstandenen Schäden bestmöglich zu begrenzen", teilt der Verband in Frankfurt mit. Es brauche auch eine sorgfältige Analyse und Aufarbeitung. Man sei bestürzt über das Ausmaß an Gewalt, Sachbeschädigung und mutwilliger Randale.

Quelle: Foto: Alina Grünky/dpa

Hessens Innenminister: Demo-Verbot "eine Option"

Die Initiative hinter den Protesten will in knapp drei Wochen erneut bundesweit Menschen mobilisieren, eine weitere Demonstration ist für den 20. November geplant. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hält ein Verbot für möglich. "Für mich ist ein Verbot jedenfalls eine Option", sagt Poseck. "Für mich ist auch klar, dass sich solch eine Versammlung jedenfalls in Frankfurt nicht wiederholen darf."

Poseck verweist dabei auf die Verbindung zwischen der Kundgebung und den Krawallen danach. "Ich sehe durchaus auch einen Zusammenhang zwischen der Versammlung und den anschließenden Gewaltexzessen." Es handle sich um dieselbe Klientel, erste Gewaltausbrüche habe es bereits während der Demo gegeben. "Von daher kann man das nicht völlig voneinander trennen."


Polizei räumt Probleme beim Einsatz ein

Polizeipräsident Müller räumt Probleme ein: "Ich muss eingestehen, dass uns das vor große Probleme gestellt hat, die wir lange Zeit leider nicht in den Griff bekommen haben." Die Lage sei schwer zu kontrollieren gewesen, weil die Störer zahlreich waren und sich in Nebenstraßen zurückziehen konnten. Hinzu kamen viele Brandherde, permanente Attacken und zahlreiche Schaulustige, teils sogar Mütter mit Kinderwagen, die das Vorgehen der Polizei behindert hätten.

Der Einsatz müsse nun gut nachbereitet werden. Für die Ermittlungen gründet die Polizei eine Sonderkommission, die viele Videoaufnahmen auswertet, auch aus dem Netz.

Quelle: Andreas Arnold/dpa

Polizeipräsident: Gewaltbereitschaft junger Männer in "neuer Dimension"

Frankfurts Polizeipräsident Stefan Müller verurteilt die Angriffe auf die Einsatzkräfte scharf. Die verantwortliche Personengruppe habe die Polizei schon in der Vergangenheit gefordert, etwa an Silvester. "Allerdings hat die Anzahl und die hohe Gewaltbereitschaft dieser jungen Männer gestern nochmal eine neue Dimension erreicht." Polizisten seien teils aus dem Hinterhalt mit Steinen, Flaschen und Pyrotechnik angegriffen worden, auch mit Abschussvorrichtungen.


Einsatzleiter rekonstruiert die Eskalation

Einsatzleiter Erik Hessenmüller von der Polizei Frankfurt schildert den Verlauf der Nacht: Gewalttäter seien in sehr mobilen Kleingruppen durch die Innenstadt gezogen, es habe gezielte Angriffe auf Polizisten, Sachbeschädigungen, Barrikaden und Plünderungen gegeben.

"Besonders schwerwiegend war dabei ein Angriff auf ein Waffengeschäft, bei dem Waffen entwendet wurden." Die Polizei habe Tatverdächtige festgenommen und gestohlene Schreckschusswaffen sichergestellt. Deshalb sei auch das SEK zum Einsatz gekommen, zudem seien Kräfte der Bundespolizei und der Polizei Baden-Württemberg hinzugezogen worden.

Zeitweise seien Beamte an 30 Orten im Einsatz gewesen. Bei der Räumung der Zeil sei deutlich geworden, dass nicht jede Straftat verhindert werden konnte, räumt Hessenmüller ein. "Unsere Einsatzkräfte waren bis tief in die Nacht mit hoher Intensität gefordert."


Wichtige Meldung

Einsatzleiter: "Bezüge zum Pro-Palästina-Spektrum"

Während der Versammlung habe es von einem vergleichsweise kleinen Teil der Teilnehmer Böllerwürfe und Vermummungen gegeben, sagt Einsatzleiter Erik Hessenmüller von der Polizei Frankfurt am Main zum Ablauf der Krawalle.

"Im weiteren Verlauf mischten sich zunehmend junge gewaltbereite Personen mit vorwiegend migrantischem Hintergrund dazu - und teilweise gab es auch Bezüge zum Pro-Palästina-Spektrum." Aus dieser Gruppe habe es immer mehr Angriffe auf die Polizei gegeben. Pyrotechnik habe zudem die Demonstrierenden gefährdet.

Beim Versuch, gewaltbereite Personen von Demonstrierenden zu trennen, kam es "zu einer erheblichen Solidarisierung", berichtet Hessenmüller. "Mehrere Hundert Menschen beteiligten sich nun am Angriff auf die Polizei."

Bürgermeister: "Tut mir weh, meine Stadt so zu sehen"

"Es tut mir weh, meine Stadt und unsere Stadt so zu sehen", sagt Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) bei einer Pressekonferenz. Er dankt den Einsatzkräften: "Meine Gedanken sind auch bei denen, die im Einsatz verletzt wurden."

Die Nacht dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben: Josef fordert, die Täter schnell zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen, die Eskalation aufzuarbeiten und betroffene Einzelhändler nicht alleinzulassen. "Das ist nicht hinnehmbar. Und das werden wir auch nicht hinnehmen."


Quelle: ZDF, dpa, AFP, AP, Reuters, epd, KNA
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, unter anderem im ZDF Spezial am 31.10.2026 ab 21:30 Uhr sowie im heute journal am 31.10.2026 ab 21:45 Uhr.

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