Konflikt zwischen Huthi und Saudi-Arabien:Neuer Angriff auf Flughafen Riad, Ministerin Reiche sitzt fest
Nach dem Angriff am Samstag mit zwölf Toten ist Riads Flughafen erneut getroffen worden. Von den Folgen betroffen: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Sie sitzt in Riad fest.
Huthi-Rebellen haben den Flughafen von Riad erneut angegriffen. Ein Mensch soll getötet worden sein. Derweil soll Iran bereit sein, zwischen Saudi-Arabien und den Huthi zu vermitteln.
12.10.2026 | 0:26 minNach einem Angriff mit zwölf Toten und Hunderten Verletzten ist der internationale Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad am Sonntag erneut angegriffen worden. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition gegen die jemenitische Huthi-Miliz erklärte, ein Geschoss sei im Terminal 4 des Flughafens eingeschlagen und habe einen Brand ausgelöst. Nach Angaben der Zivilluftfahrtbehörde wurde ein Mensch getötet und elf weitere verletzt. Bei dem Todesopfer handele es sich um einen in dem Land lebenden Pakistaner, teilte die Behörde mit.
Die Luftabwehr habe zudem "einen Marschflugkörper in der Nähe des Flughafens abgefangen und zerstört", teilte Koalitionssprecher Turki al-Maliki mit.
Saudi-Arabien und Iran beraten über Abbau von Spannungen
Nun beraten der Außenminister von Saudi-Arabien, Prinz Faisal bin Farhan, und Irans Außenminister Abbas Araghtschi über die jüngste Eskalation des regionalen Konflikts. Dies melden die staatliche saudische Nachrichtenagentur sowie Irans Außenminister in einer Mitteilung.
Es ist der erste öffentlich bekannte Kontakt der beiden Politiker, seit die mit Iran verbündeten Huthi-Rebellen aus dem Jemen ihre Angriffe auf das Königreich intensiviert haben. Die Regierung in Teheran sei bereit, einen Dialog zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen zu unterstützen, teilte der iranische Außenminister auf Telegram mit.
Die Huthi-Miliz hat Saudi-Arabiens Flughafen in Riad mit Raketen angegriffen. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben. Es war der schwerste Angriff seit Beginn des Kriegs.
11.10.2026 | 2:11 minWirtschaftsministerin Reiche sitzt in Riad fest
Von den Folgen des Angriffs in Riad ist auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) betroffen: "Aufgrund der Sperrung des Flughafens kann die für morgen geplante Rückreise voraussichtlich nicht wie vorgesehen stattfinden", teilte eine Ministeriumssprecherin mit. Zuvor hatte die "Bild" berichtet.
Reiche befand sich schon vor dem Angriff auf Konferenzen in Riad. Derzeit werde die notwendige Logistik für ihre Rückkehr zwischen den beteiligten Ministerien und Behörden abgestimmt. Wie das gelingen soll, ist derzeit noch offen. Es würden auch "alternative Rückreisemöglichkeiten geprüft", hieß es aus dem Ministerium.
Bei einem Angriff auf den Flughafen in Riad sind 12 Menschen gestorben. Es ist der schwerste Angriff auf Saudi-Arabien seit mehr als 10 Jahren. ZDF-Korrespondentin Golineh Atai berichtet.
11.10.2026 | 1:19 minZwölf Tote bei Angriff auf Riad am Samstag
Bei einem Angriff in Riad vom Samstag kamen zwölf Menschen ums Leben. Mehr als 300 weitere wurden verletzt. Mittlerweile hat sich die Huthi-Miliz im Jemen zu dem Angriff bekannt.
Bei den Todesopfern handelte es sich laut einer Mitteilung der saudischen Behörden um vier saudische Staatsangehörige, zwei Staatsbürger aus Bangladesch sowie jeweils einen Menschen aus den palästinensischen Gebieten, den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien und dem Sudan. Die Verletzten würden in mehreren Krankenhäusern behandelt.
Der Huthi-Angriff auf Riads Flughafen sei "kein vereinzelter Exzess", sondern reihe sich ein in die Taktiken der Miliz, sagt ZDF-Korrespondentin Golineh Atai.
11.10.2026 | 2:37 minAtai: Huthi sind "brutale islamistische Miliz"
Für ZDF-Korrespondentin Golineh Atai kommen die neuesten Huthi-Angriffe "nicht überraschend". Die Huthi seien "keine edlen Widerständler" und "keine legitime Regierung", sondern eine "brutale islamistische Miliz". Sie habe in den vergangenen Jahren die jemenitische Zivilgesellschaft in ihrem Gebiet "beseitigt", humanitäre Helfer entführt und Kinder zwangsrekrutiert.
Das, was wir heute gesehen haben, ist kein vereinzelter Exzess, sondern reiht sich ein in diese Taktiken.
Golineh Atai, ZDF-Korrespondentin
Saudi-Arabien wolle sich dem Druck der Miliz jedoch nicht beugen, so Atai. Internationale Konferenzen - wie die, die Ministerin Katherina Reiche besucht - finden weiterhin statt.
Um die Huthi jedoch langfristig zu besiegen, brauche es eine "große internationale Militärkoalition". Ob die USA dabei eine Rolle spielen könnten, sei offen.
Mindestens zwölf Menschen sind bei einem Angriff am Flughafen in Riad getötet worden. Saudi-Arabien macht die Huthi-Miliz verantwortlich. Eskaliert der Konflikt? – ZDFheute live.
11.10.2026 | 22:54 minEskalation zwischen Huthi und Saudi-Arabien
Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der von Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen war zuletzt weiter eskaliert. Nach der Attacke auf Riad hat Saudi-Arabien nach Angaben der Huthi-Miliz den Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa angegriffen. Saudische Kampfjets hätten den Airport bombardiert, berichtete die von den Huthi kontrollierte Nachrichtenagentur Saba. Über Opfer oder Schäden gab es zunächst keine Angaben. Saudi-Arabien äußerte sich zunächst nicht.
Das von den Huthi kontrollierte Gesundheitsministerium teilte außerdem mit, bei einem mutmaßlich saudischen Luftangriff auf ein Haus in Sanaa seien ein Kind getötet und sechs Menschen verletzt worden. Von saudischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme zu diesen Angaben.
Trump prüft militärisches Eingreifen der USA
Kurz nach dem Angriff erklärte US-Präsident Donald Trump, er prüfe, ob sich die USA den saudischen Angriffen auf die Miliz anschließen sollten. Später teilte Trump mit, er plane ein Gespräch mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Auf die Frage, ob die USA eingreifen könnten, antwortete Trump: "Das werden wir sehen."
Der militärische Sprecher der Huthi, Jahja Sari, warnte Fluggesellschaften und Reisende bei X, saudische Flughäfen und den saudischen Luftraum zu nutzen. Arabische Länder wie der Irak, der Libanon und Syrien verurteilten den Angriff auf den Flughafen in Riad ebenso wie UN-Generalsekretär António Guterres und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
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