Schulproteste in Frankreich: Macron ruft zu Krisensitzung

Hunderttausende auf Frankreichs Straßen:Schulproteste weiten sich aus - Macron ruft zu Krisensitzung

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Die Schülerproteste in Frankreich weiten sich aus: Hunderttausende gingen auf die Straße, vielerorts kam es zu Ausschreitungen. Auch Gewerkschaften riefen zum Protest auf.

Schulblockade in Paris: Schüler protestieren gegen die miserablen Lernbedingungen, aufgenommen am 05.10.2026 in Paris (Frankreich)

Schülerinnen und Schüler fordern besser ausgestattete Schulen und bessere Lernbedingungen. Inzwischen protestieren auch Eltern, Lehrkräfte und Gewerkschaften.

06.10.2026 | 2:34 min

Unterstützt von Gewerkschaften haben sich in Frankreich hunderttausende Menschen an den seit Wochen andauernden Schülerprotesten beteiligt. Nach Gewerkschaftsangaben gab es landesweit Kundgebungen mit insgesamt 450.000 Teilnehmern, davon 100.000 allein in Paris. In mehreren Städten kam es zu Ausschreitungen, bei denen die Polizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzte.

Das Innenministerium gab am Nachmittag niedrigere Teilnehmerzahlen bekannt, 256.000 landesweit sowie 56.000 in der Hauptstadt. Zu den Protestaktionen am Dienstag hatten erstmals auch mehrere Gewerkschaften und Oppositionsparteien aufgerufen.

Gewaltsame Auseinandersetzungen in Lyon

In Lyon lieferten sich junge Demonstranten und Sicherheitskräfte gewaltsame Auseinandersetzungen, bei denen Böller geworfen und Barrikaden in Brand gesetzt wurden. In Rennes setzte die Polizei Wasserwerfer gegen die Demonstrierenden ein. In Paris sprach die Polizei von etwa "300 feindlich gesinnten Personen", die versucht hätten, die Sicherheitskräfte anzugreifen.

Lyon and the Rhone, France — October 2, 2026. High-school students continue to block schools across the Rhône for the fourth consecutive day following the start of nationwide demonstrations on September 29. The Rhône prefect has banned protest gatherings around the 44 schools concerned. The previous three days were marked by property damage and clashes with police. At least 26 people have been arrested in connection with the mobilisation

Es begann als Protest für bessere Lernbedingungen an Schulen, führt aber mittlerweile teils zu massiver Gewalt. Frankreichs Regierung lädt zum Dialog – und droht zugleich mit Konsequenzen.

02.10.2026 | 2:34 min

Bislang ermittelt die Polizeiaufsicht bereits zu zehn Vorfällen, bei denen Jugendliche teils schwer verletzt wurden. Am Montag war einem 15-Jährigen bei der Explosion einer Polizeigranate eine Hand abgerissen worden. Zuvor hatte ein anderer vermutlich durch ein Gummigeschoss ein Auge verloren, einem weiteren wurden beim Abschuss einer Tränengasgranate die Zähne beschädigt oder ausgeschlagen.

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Durch Frankreichs Verschuldung sei eine finanzielle Lösung bei den Schulprotesten schwierig. Besonders die "politischen Ränder mobilisieren", so ZDF-Korrespondent Thomas Walde.

02.10.2026 | 1:55 min

Frankreichs Regierung unter Druck

An mehreren Orten wurden die Schülerproteste am Dienstag auch von Eltern unterstützt, die Menschenketten bildeten oder sich, wie etwa in Rennes, zwischen den Sicherheitskräften und den Jugendlichen auf den Boden legten.

Angesichts der ausufernden Proteste steht die Regierung unter Druck: Präsident Emmanuel Macron will nach französischen Medienberichten am Abend auf einer Krisensitzung über die Lage beraten. Macron hatte sich bislang nicht in den Umgang mit den Schülerprotesten eingeschaltet, die vor zwei Wochen begannen.

ZDF-Korrespondent Thomas Walde in Paris.

Frankreich sei sehr hoch verschuldet, es gebe einen Verteilungskampf, erklärt ZDF-Korrespondent Thomas Walde. Die Regierung gebe mehr Geld für ihre Schulden aus als für den Bildungsetat.

02.10.2026 | 13:15 min

Macron empfängt Steinmeier in angespannter Lage

Die Sorge der Regierung ist, dass die Proteste sich - angefacht durch hohe Spritpreise und Lebenshaltungskosten - auf andere Bereiche ausweiten könnten und so etwas wie ein zweiter Gelbwestenprotest entsteht, der Frankreich 2019 längere Zeit in Atem hielt.

Mitten in den andauernden Protesten empfängt Macron an diesem Mittwoch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Staatsbesuch in Frankreich.

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Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderen im heute journal am 02.10.2026 um 22 Uhr und bei heute in Europa am 06.10.2026 ab 16 Uhr.

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