Parlamentswahl in Russland: Putins Partei gewinnt Duma-Wahl

Vorläufiges Ergebnis der Wahlleitung:Kremlpartei Geeintes Russland gewinnt Duma-Wahl

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Geeintes Russland baut laut Wahlleitung seine Mehrheit in der Staatsduma aus. Oppositionelle kritisieren die Parlamentswahl in Russland als unfair und bezeichnen sie als Farce.

21.09.2026, Russland, Moskau: Ella Pamfilowa, die Vorsitzende der russischen Zentralen Wahlkommission (2.v.l), und weitere Mitglieder der Kommission nehmen an einer Pressekonferenz im Anschluss an die Parlamentswahlen teil.

In Russland hat die Regierungspartei Einiges Russland die Parlamentswahl gewonnen. Laut Wahlkommission kommt sie auf 57,8 Prozent der Stimmen.

21.09.2026 | 0:22 min

Die für Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine maßgebliche Kremlpartei Geeintes Russland hat bei der Parlamentswahl ihre bisherige Zweidrittelmehrheit in der Staatsduma massiv ausgebaut. Laut Daten der zentralen Wahlkommission in Moskau kommt die seit mehr als 20 Jahren regierende Partei auf voraussichtlich 355 Mandate.

Es ist das höchste Ergebnis ihrer Geschichte. Die Duma hat insgesamt 450 Sitze.

Geeintes Russland erreicht laut Wahlleitung 57,83 Prozent

Am Morgen waren mehr als 95 Prozent der Wahlzettel, darunter auch elektronische Stimmabgaben, ausgezählt. Wahlleiterin Ella Pamfilowa erklärte die von Kremlchef Wladimir Putin unterstützte Partei offiziell zur Siegerin mit 57,83 Prozent der Stimmen.

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Echte Auswahl bei den Wahlen in Russland gab es kaum. Oppositionelle Parteien durften nicht antreten, bei den TV-Debatten fehlten Kandidaten.

19.09.2026 | 2:30 min

Bei der Duma-Abstimmung 2021 waren ihr von der zentralen Wahlkommission 49,8 Prozent der Stimmen zugesprochen worden. Hinzu kommen Direktmandate. In der Duma sind nur noch vier Parteien vertreten - nicht mehr fünf.

Expertin: Gibt klare Fälschungen

Putin dürfte die Wahl, zu der nur linientreue Parteien zugelassen wurden, als klares Signal für die Fortsetzung der Vollinvasion in der Ukraine werten.

Kremlgegner bezeichneten die Abstimmung hingegen als Farce. Die unabhängige russische Politologin Tatjana Stanowaja meinte, dass es zwar klar "Fälschungen" gebe und die Partei solch ein Ergebnis nicht habe erzielen können. Dennoch spiegele es insgesamt die Machtverhältnisse wider. Geeintes Russland genieße Unterstützung in Russland.

"Es gab kein Scheitern", sagte Stanowaja. Die Kriegsgegner unter den Wahlberechtigten hätten auch nach dem Ausschluss von Jabloko auf andere Parteien wie die Grünen ausweichen können.

Das System konnte den Wahlkampf und die Abstimmung so abhalten, wie es wollte - mit den optimalen Ergebnissen für sich selbst.

Tatjana Stanowaja, Politologin

Parliamentary elections in Russia

Ukrainische Drohnen bringen den Krieg tief nach Russland – aber weil nur Putin-treue Kandidaten antreten durften, wird die Kriegsangst am Kreml-freundlichen Ergebnis wohl nichts ändern.

18.09.2026 | 3:22 min

Kommunistische Partei auf Platz zwei

Wegen des Ausschlusses einer echten Opposition und fehlender Presse- und Meinungsfreiheit wurden die Wahlen - wie schon jene in früheren Jahren - als weder demokratisch noch fair kritisiert. Die Kommunistische Partei landete auf Platz zwei mit 13,81 Prozent der Stimmen; die ultranationalistische Partei LDPR kam auf 8,98 Prozent; die bei liberalen Großstädtern populäre Partei Nowyje Ljudi (auf Deutsch: Neue Leute) erreichte demnach 7,94 Prozent.

Die Partei Gerechtes Russland scheiterte laut den vorläufigen Ergebnissen knapp an der Fünf-Prozent-Hürde, nachdem sie am Abend und in der Nacht noch darüber gelegen hatte (4,96 Prozent). Bisher gehörte sie zu den fünf Parteien in der Duma. Pamfilowa meinte, dass die Partei wegen der Auszählung der letzten Stimmen doch noch Chancen habe, in die Duma einzuziehen.

Bei der vorherigen Wahl hatten die Kommunisten laut Wahlkommission 18,9 Prozent der Stimmen geholt, die LDPR 7,5 Prozent, Gerechtes Russland 7,4 Prozent und Nowyje Ljudi 5,3 Prozent.

Medwedew feiert das Ergebnis

Alle zehn Parteien auf dem Wahlzettel gelten durchweg als kremlnah - und alle unterstützen den seit 2022 andauernden Krieg gegen die Ukraine. Für die Regierungspartei ziehen mehr als viereinhalb Jahre nach dem Einmarsch in das Nachbarland auch 86 Kriegsveteranen in das Parlament ein. Unter dem Eindruck einer massiven Wirtschaftskrise, Kriegsmüdigkeit und Unzufriedenheit der Menschen mit der Lage im Land erreichte die Wahlbeteiligung mit angeblich rund 59 Prozent den höchsten Wert seit 15 Jahren.

In Moskau feierte der Chef der Kremlpartei, Ex-Präsident Dmitri Medwedew, das Ergebnis als großen Erfolg. Der Gegner habe versucht, die Wahlen zu sabotieren, sei aber gescheitert, sagte er mit Blick darauf, dass die Wahlleitung Cyberattacken auf die Online-Stimmabgabe gemeldet hatte. Am Wahlwochenende hatte es auch ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ziele mit Toten und Verletzten gegeben.

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff sind in der Morgendämmerung Flammen und Rauch zu sehen, die aus der Moskauer Ölraffinerie im Südosten der Stadt aufsteigen.

Bei dem Angriff sind laut russischen Behörden zwei Menschen getötet worden, zudem geriet eine Raffinerie in Brand. In Russland endet heute die dreitägige Parlamentswahl.

20.09.2026 | 1:28 min

Putin und Medwedew weisen neue Mobilmachung zurück

Letztlich hätten die Attacken die Menschen angespornt, ihre Stimme auch unter schwierigen Umständen abzugeben, behauptete Medwedew. "Das ist das wohl wichtigste Ergebnis", sagte Putins Gefolgsmann, der auch Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates ist.

Nun könne die Regierungspartei "die komplexesten und dringendsten Entscheidungen umsetzen", sagte Medwedew. Details nannte er nicht. Seit Monaten wird über eine neue Mobilmachung in Russland spekuliert. Medwedew und Putin haben solche Befürchtungen kategorisch zurückgewiesen.

Gegen den Protest der Ukraine wurde die Wahl erstmals auch in den von Russland kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson abgehalten. Zum wiederholten Mal dabei war die schon 2014 einverleibte Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Die ukrainische Regierung bezeichnete die Abstimmung in diesen Gebieten als illegal.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtet das ZDF mehrfach, unter anderem am 20.09.2026 im heute journal um 22:14 Uhr.

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