Verdacht auf Amtsmissbrauch in UK:Epstein-Skandal: Mandelson nach Festnahme auf Kaution frei
Neue Epstein-Unterlagen erhöhen den Druck auf den britischen Ex-Minister Peter Mandelson. Nach seiner Festnahme ist er wieder frei, die Untersuchungen laufen jedoch weiter.
Der im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal festgenommene britische Ex-Botschafter in den USA, Peter Mandelson, ist auf Kaution wieder freigelassen worden.
24.02.2026 | 2:02 minDer ehemalige britische Wirtschaftsminister und Ex-Botschafter in den USA, Peter Mandelson, ist nach seiner Festnahme im Zusammenhang mit dem Epstein-Fall wieder gegen Kaution freigelassen worden. Die Ermittlungen liefen weiter, teilte die Polizei mit. An zwei Adressen seien Hausdurchsuchungen erfolgt.
Mandelson war am Montag festgenommen worden. "Beamte haben den 72-jährigen Mann wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen", erklärte die Polizei am Montag, ohne seinen Namen zu nennen. Die Sender BBC und Sky News zeigten Aufnahmen, wie Mandelson, der mit dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein befreundet war, von seinem Wohnsitz in London weggebracht wurde.
Der ehemalige britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson ist im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal festgenommen worden. Dem 72-Jährigen wird Amtsmissbrauch vorgeworfen.
23.02.2026 | 0:27 minGab Mandelson Regierungsinformationen an Epstein weiter?
Dem früheren britischen Botschafter in Washington wird vorgeworfen, vertrauliche Regierungsinformationen an den Finanzinvestor Epstein weitergegeben und Geld von ihm angenommen zu haben. Die zuletzt neu veröffentlichten Epstein-Akten förderten zutage, dass Mandelson, als er von 2008 bis 2010 Minister unter Premier Gordon Brown war, vertrauliche Finanzdaten der damaligen Labour-Regierung an Epstein weitergegeben haben soll.
Demnach soll Mandelson unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise einen Tag vor deren Verkündung an Epstein weitergegeben haben.
Die Ermittler hatten ihre Arbeit Anfang des Monats aufgenommen, nachdem die Regierung von Premierminister Keir Starmer Kommunikation zwischen Mandelson und dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein an die Polizei übergeben hatte. Eine Stellungnahme des ehemaligen Botschafters lag zunächst nicht vor.
Der britische Premierminister Starmer will trotz der Vorwürfe gegen ihn - im Zusammenhang mit dem verstorbenen Sexualverbrecher Epstein - nicht zurücktreten.
10.02.2026 | 0:18 minPremier Starmer unter Druck
Der Skandal setzt auch Starmer unter Druck, weil er zugeben musste, von der Freundschaft zwischen Mandelson und Epstein gewusst zu haben, als er ihn im vergangenen Jahr zum britischen Botschafter in Washington machte. Diesen Posten musste Mandelson nur Monate später im September wieder räumen.
Kritisch war vor allem, dass Mandelson die Freundschaft zu Epstein auch nach dessen Verurteilung wegen erzwungener Prostitution einer Minderjährigen aufrechterhielt. Auch das war Starmer bekannt.
Der Fall von Ex-Prinz Andrew wirft ein Schlaglicht auch auf Jeffrey Epsteins geschäftliche Interessen. Nils Metzger vom ZDFheuteCheck gibt Einblicke in ein weltweites Netzwerk.
20.02.2026 | 19:44 minMandelson als Botschafter in den USA abberufen
Vor gut zwei Wochen waren mehrere Vertraute des Regierungschefs von der sozialdemokratischen Labour-Partei wegen der Ernennung Mandelsons zurückgetreten - darunter sein Stabschef und enger politischer Berater Morgan McSweeney. Zudem musste Starmer der Veröffentlichung von Dokumenten und Korrespondenz zu der Ernennung zustimmen. Eine erste Tranche soll bereits Anfang März veröffentlicht werden.
Mandelson war im September von seinem Posten in Washington abberufen worden, als das Ausmaß seiner Freundschaft zu Epstein ans Licht kam.
Wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat Premierminister Keir Starmer den britischen Botschafter Peter Mandelson in den USA entlassen.
11.09.2025 | 1:55 minEhemaliger Prinz Andrew zuvor festgenommen
Mandelson ist der zweite prominente Brite, der innerhalb kurzer Zeit im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre in Polizeigewahrsam genommen wurde. Vor einigen Tagen wurde der frühere Prinz Andrew festgenommen und nach einem Verhör unter Auflagen wieder freigelassen.
Andrew Mountbatten-Windsor wird verdächtigt, während seiner Zeit als Sonderbeauftragter für Handel zwischen 2001 und 2011 Epstein vertrauliche Informationen zugespielt zu haben.
Epstein wurde im Juli 2019 festgenommen und einen Monat später tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, was als Selbstmord eingestuft wurde. Die US-Regierung hat jüngst nach massivem Druck auch aus der Bevölkerung zahlreiche Unterlagen zu dem Fall veröffentlicht, zum Teil geschwärzt.
Der ehemalige Prinz Andrew wurde wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen. Als Handelsbeauftragter soll er vertrauliche Informationen an das Epstein-Netzwerk weitergegeben haben.
20.02.2026 | 2:16 minMehr zu Epstein und Großbritannien
Britische Polizei ermittelt:Epstein-Netzwerk: Privatflüge nach Großbritannien im Visier
mit Video2:10Politiker, Royals, Diplomaten im Fokus:Epstein-Skandal bringt Eliten zu Fall - fast nur in Europa
mit Video1:39Missbrauchsskandal:Epstein-Fotos belasten Ex-Prinz Andrew: Starmer will Aussage
mit Video2:07Privilegien und Skandale:Wie die britische Monarchie unter Druck gerät
Hilke Petersen, Londonmit Video29:15