"Hitlers Teehaus" abgebrannt: Verdächtiger soll in Psychiatrie

"Adolf Hitlers Teehaus":Kehlsteinhaus abgebrannt - Verdächtiger soll in Psychiatrie

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Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg, auch bekannt als "Hitlers Teehaus", ist in Flammen aufgegangen. Die Polizei vermutet Brandstiftung, ein Verdächtiger soll in die Psychiatrie.

Das abgebrannte Berggasthaus Kehlsteinhaus – bekannt als "Eagle’s Nest" und ehemals Adolf Hitlers Bergrefugium – am 24. Oktober 2026.

Das als Ausflugsziel für Adolf Hitler gebaute Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden ist nach einem Brand weitgehend zerstört. Die Polizei ermittelt. Verletzt wurde niemand.

24.10.2026 | 0:19 min

Das von den Nationalsozialisten erbaute Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden ist in der Nacht durch ein Feuer weitgehend zerstört worden.

Einsatzkräfte am Freitagabend alarmiert

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sagte, es seien durch den Brand keine Personen verletzt worden. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus.

Nach Polizei-Angaben löste ein Rauchmelder des Kehlsteinhauses am Freitagabend gegen 21:50 Uhr Brandalarm aus. Die alarmierten Feuerwehren sahen bei der Anfahrt hoch aufschlagende Flammen, vor Ort wurde dann "der Vollbrand des Gebäudes feststellt", das wegen seiner spektakulären Lage auf dem Berggipfel auch bekannt ist als "Adlerhorst" ("Eagle's Nest").

Hitlers Architektur im Schatten der Alpen: Das Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden.

So sah das Kehlsteinhaus vor dem Brand aus.

Quelle: dpa

Verdächtiger soll in Psychiatrie

Bei ihrer Anfahrt kam Polizei und Feuerwehr laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein verdächtiger Motorradfahrer ohne Kennzeichen entgegen. "In einem sehr spontanen Eingreifen" hätten die Einsatzkräfte den Motorradfahrer gestoppt und vorläufig festgenommen, betonte der Minister.

Der Verdächtige sei 33 Jahre alt, habe Bezüge zum Berchtesgadener Land, wohne dort aber aktuell nicht, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Vietze von der Staatsanwaltschaft Traunstein. Es hätten sich konkrete Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung des Verdächtigen ergeben, welche ein Kurzgutachten bestätigte. Der 33-jährige Deutsche soll nun in einer Psychiatrie untergebracht werden. 

Mögliche politische Motive würden geprüft, sagte Vietze. Die Ermittlungen dazu stünden allerdings noch ganz am Anfang. Hinweise auf weitere Täter gibt es den Behörden zufolge nicht.

Wetterlage erschwert Löscharbeiten

Etwa 180 Rettungs- und Einsatzkräfte von Feuerwehren rückten aus, um den Großbrand in dem denkmalgeschützten Gebäude unter Kontrolle zu bringen. Dazu kamen 50 Polizistinnen und Polizisten. Sie sperrten die Straße, die zum Kehlsteinhaus führt. Zudem wurde eine Flugverbotszone für Drohnen eingerichtet. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund des in rund 1.800 Metern Höhe liegenden Brandorts und des Wetters als äußerst schwierig, sie dauerten am Samstagnachmittag noch an. Verletzt wurde niemand.

Die Feuerwehr hoffe, im Laufe des Tages ihre Arbeiten abschließen zu können, betonte Kreisbrandrat Michael Brandl bei einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag.

Innenminister geht von Wiederaufbau aus

Das Gebäude wurde seit 1952 als Berggaststätte genutzt und beinhaltet eine Ausstellung über die Geschichte des Gebäudes. Bayerns Innenminister Herrmann geht von einem Wiederaufbau aus.

Wir werden da kaum eine Ruine stehen lassen können.

Joachim Herrmann, Innenminister Bayern

Das Haus gehört dem Freistaat Bayern in der Zuständigkeit von Herrmanns Ministerium. Die Berchtesgadener Landesstiftung hat das Nießbrauchsrecht übertragen bekommen.

Die Reste der Grundmauern des ehemaligen Ferienhauses von Reichsmarschall Hermann Göring auf dem Obersalzberg, aufgenommen am 24.02.2000

Die Reste der Grundmauern des ehemaligen Ferienhauses von Reichsmarschall Hermann Göring auf dem Obersalzberg. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Gebäude diente als Rückzugsort für Adolf Hitler

Das denkmalgeschützte Haus war 1938 als Gästehaus für Funktionäre der Nationalsozialisten und deren Gäste errichtet worden und diente auch Diktator Adolf Hitler als Rückzugsort.

In der NS-Zeit sollte das sogenannte Teehaus ein politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit sein. "Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering", heißt es auf der Internetseite des Zweckverbandes Berchtesgaden. Adolf Hitler habe dort Diplomaten oder andere ausländische Gäste empfangen. Häufiger aber habe "die am Obersalzberg versammelte NS-Entourage das Gebäude zur Erholung und für private Feiern" genutzt.

Quelle: epd, dpa, AFP
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Großbrand am Kehlsteinhaus" am 24.10.2026 ab 15:05 Uhr.

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